Zweite Wahl als erste Wahl

Second Hand Kleidung

Leider gibt es immer noch sehr viele Menschen, die glauben Second Hand bedeutet alte, verschmutze und verbrauchte Ware. Deshalb freue ich mich immer wieder umso mehr wenn mich jemand fragt: „wow, schönes T-Shirt, wo hast du das her?“ und ich stolz sagen kann: „aus dem Second Hand Laden“. Die meisten oder die, die mich nicht kennen, reagieren da schon öfter etwas erstaunt. Denn mittlerweile ist die zweite Wahl gerne meine erste Wahl!

zweite Wahl als erste Wahl zweite Wahl als erste Wahl

Diese zwei paar Schuhe habe ich mir jetzt zum Winterstart gegönnt Beide Paare habe ich natürlich Second Hand gekauft. Wie man auf den Bildern erkennen kann, die Schuhe weisen keinerlei Mängel auf und wurden auch sehr selten getragen. Ich konnte Sie auch noch zum Schnäppchenpreis ergattern. Der Winter ist also gerettet 🙂

Warum Second Hand?

Erst vor kurzem habe ich mit meiner Arbeitskollegin (Clarissa – bloggt auf Verbesserin.at über Nachhaltigkeit <3) darüber gesprochen, warum ich überhaupt angefangen habe so viel Second Hand zu kaufen. Mein erster Aspekt war eigentlich einzig und alleine das Geld. Ich hatte es satt ständig so viel Geld für neue Klamotten auszugeben. Ich will mein Geld in, für mich sinnvollere Dinge investieren als in neue Kleidung. Erst als ich mich mehr und mehr mit dem Thema auseinander setzte habe ich gemerkt, wie sinnvoll Second Hand ist!

Wir leben im Jahr 2017, der Klimawandel ist Realität – auch wenn es der lieber Herr Trump nicht glauben mag –  und wir besitzen mittlerweile schon einen neuen Meereskontinent aus Plastik… Ja dieser neue Kontinent ist 16x so groß wie unser schönes Österreich. Millionen von Meerestieren und Seevögeln sterben jährlich an unserem Müllproblem. Du willst der Realität ins Auge sehen? Dann schau dir doch die Dokumentation „a plastic ocean“ an.

Die Menschheit hat ein riesiges „Konsumproblem“. Wir kaufen und kaufen, jeden Tag, jede Woche und jedes Monat neue Dinge. Heute ist eine Jegging voll im Trend und am nächsten Tag zählt sie zum absoluten NoGo! In dieser Woche tragen unsere Wohnaccessoires die Farbe Rosé und im nächsten Monat muss die Wohnung komplett in Grautönen gestaltet werden.

Tag für Tag landen neuwertige Möbel, Kleidung oder Elektrogeräte achtlos im Müll obwohl sie noch vollkommen intakt sind. Sie sind dem Trend zum Opfer gefallen.

Darum Second Hand:

Mittlerweile mache ich mir mehr Gedanken darüber was ich kaufe und warum ich es kaufe. Diese Gründe möchte ich jetzt mit euch teilen.

Weniger Verpackungsmüll

Wenn man gebrauchte Gegenstände z.B. über Willhaben kauft oder verkauft, werden sie hauptsächlich selbst abgeholt. Das spart eine Menge an Verpackungsmüll! Neu gekaufte Dinge sind meisten mit so viel unnötigem Plastik verpackt, da ist das Glücksgefühl nach dem Kauf gleich wieder dahin. Wenn ich online bestelle, behalte ich mir immer den Karton und nutze ihn für meinen nächsten Versand. Für mich ist das auch ziemlich praktisch, ich hätte sonst wirklich nie einen Karton zum verpacken von meiner eigenen verkauften Ware zuhause… Ihr? Auch das größte Übel der Menschheit, das Plastiksackerl verwende ich um kleinere Gegenstände zu verschicken, so landet es wenigsten nicht nur nach einer Verwendung im Müll (kommt nicht oft vor, da ich nicht oft eines zuhause habe). Übrigens es landen über 7.000 Tonnen Plastiksackerl jährlich in der Mülltonne, alleine nur in Österreich! Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt 12 Minuten… Also beim nächsten Einkauf das eigene Stoffsackerl nicht vergessen oder auf die Papieralternative umsteigen 🙂

Je länger ein Gegenstand in Gebrauch ist, desto besser!

Eine österreichische Studie hat ergeben, dass durch die Plattform willhaben.at 200.000 Tonnen Co2 im Jahr gespart werden – kauf und verkauf von gebrauchten Dingen rettet circa 15 Millionen Bäume! Das alleine sollte schon Grund genug sein 🙂 Hier gehts zur Studie.

Seit ein paar Monaten bin ich in einer Facebook-Gruppe, in der alle möglichen Dinge verschenkt werden können (kein Verkauf). Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell Möbel oder andere Gegenstände weg kommen. Oftmals hat man keine Chance, so schnell sind die Dinge vergriffen. Also wenn es dir nicht mehr gefällt oder du keinen Nutzen mehr in einem Gegenstand siehst, wirf es nicht weg! Jemand anderer könnte es gebrauchen oder Gefallen daran finden!

Fast Fashion is real – die meisten alltäglichen Klamotten werden zu schrecklichen Umständen für Mensch und Umwelt erzeugt. Dennoch wird weiter und weiter produziert, das Fashionjahr besteht aus 52 Wochen nicht mehr aus 4 Jahreszeiten… Brauchen wir das wirklich? Vielleicht interessiert dich mein Beitrag „What? Fast Fashion“ 

zweite Wahl als erste Wahl
kleinesonne / Pixabay
Schützt die Umwelt und dich!

Für die Herstellung von einem Baumwolle T-shirt werden circa 2.700 Liter Wasser benötigt. Für die Herstellung eines Second Hand T-shirt werden genau 0 Liter Wasser benötigt!

Der Ganges in Indien, der für die Inder geltende heilige Fluss ist so erbärmlich verdreckt und verschmutzt, er gilt als der dreckigste Fluss auf der Welt. Woher das kommt? Durch die ganze Chemie die bei der Herstellung von Kleidung benützt wird.

Und diese Schadstoffe werden nach jedem Waschgang herausgespült, landen in unserem Abwasser… Jedoch wenn du ein Second Hand Shirt kaufst, kannst du zumindest davon ausgehen, dass du selbst weniger dieser Chemikalien am Körper trägst. Somit ist es für dich gesünder… Wobei es natürlich viel besser wäre wenn unsere Industrie mal auf die vielen Chemikalien verzichten würde… 🙁

zweite Wahl als erste Wahl
pattyjansen / Pixabay
Gegen die Wegwerfgesellschaft!!!!!!!!!

Denk einmal kurz darüber nach, woher dein kaputter Gegenstand kommt und wie die Arbeits- & Lebensverhältnisse dort sind. Entscheide für dich selbst, ob du es immer noch wegschmeißen willst oder ob sich doch eine Reparatur lohnt.

Kaputtes oder verloren gegangenes kann wieder gefunden werden!

Das Lieblingsspielzeug des Kindes ist weg? Das gibt’s nicht mehr zu kaufen? Vielleicht hat es noch irgendjemand, der aber eigentlich keine Verwendung mehr dafür hat! Ebenso für kaputte Gegenstände, bevor sie gleich den Weg in den Müll finden, könnte man ja nach Ersatzteilen suchen – bei einem Auto macht man das ja auch…

Stöbern macht Spaß!

Ich sage nur Samstagvormittag ist Flohmarkt Zeit 🙂 (zumindest bei uns in Niederösterreich). Aber ich liebe es auch im online Shop meines liebsten Second Hand Laden zu stöbern. Manchmal könnte ich Stunden damit verbringen. Eigentlich würde ich es schon fast als kleine Sucht bezeichnen… Ich schaue jeden Tag rein was es so neues gibt in den diversen Second Hand Gruppen auf FB oder auf Shpock, Kleiderkreisel usw. UND JA, ich würde wirklich oft etwas finden… Aber wie gesagt, ich möchte mein Geld eigentlich für etwas sinnvolles ausgeben – meine Honeymoon Reise nach Hawaii z.B.

Kinder wachsen viel zu schnell aus der Kleidung raus!

Ich bin zwar selbst noch keine Mami und kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Aber ganz ehrlich, die kleinen Zwerge wachsen so unglaublich schnell. Da passt ein Strampler ja gerade mal ein Monat oder? Ständig werden neue Babyklamotten gebraucht und nach einem Monat sind die bereits vorhanden Klamotten ja nicht kaputt oder grässlich. Andere Menschen freuen sich darüber oder vielleicht freut sich der nächste Nachwuchs 🙂 Also: Tauschen, Verkaufen, Verleihen oder Verschenken statt Wegwerfen.

Da komme ich schon zu meinen letzten Punkt der Anfangs mal mein wichtigster war…
Das Konto freut sich über die gesparten Euros!

Ein Einkauf von mir bestand mal aus zwei Stück Sandalen und zwei T-Shirts und einer Bluse, gesamt €30,-! Für neue Sandalen bei Deichmann zahle ich alleine schon €20,-! Also ich würde sagen das hat sich gelohnt!

Es gibt noch sehr, sehr viele Gründe Second Hand zu kaufen oder sich einfach für die zweite Wahl zu entscheiden! Jeder sollte seinen eigenen Grund finde, warum er gebrauchter Ware eine zweite Chance gibt!

Am besten gleich mal ausprobieren, weil Warum ned?

zweite Wahl als erste Wahl zweite Wahl als erste Wahl

10 Replies to “Zweite Wahl als erste Wahl”

  1. Toller Beitrag ✔️
    Ich nehme jetzt auch schon immer brav meine Stoffsackerl mit zum Einkaufen. Schon mal ein kleiner Anfang.

    1. Schön zu hören. 🙂 Danke für dein Feedback :-*

  2. Walter und ich richten unsere Wohnung gerade nach dem Prinzip „verkaufe altes und kaufe damit altes neues“ ein.
    Macht enormen Spaß weil man sich einiges erspart, bin mittlerweile zu einem willhaben Junky geworden und könnte dort tausende von Sachen kaufen 😉
    Über Kleidung hab ich mich noch nicht gewagt aber vielleicht kommt auch das noch 🙂

    1. Heee das ist ja ein richtig geiles Projekt. Vielleicht hast du Lust es zusammenzufassen in einem Beitrag und uns über meinen Blog darüber zu berichten?
      Halt mich unbedingt am laufenden! Nachdem wir gegen Ende des Sommers auch einen Umbau starten, kann es bei mir auch passieren, dass ich ein Willhaben Junky werde 😛
      Bei Willhaben gibt es derzeit ein Projet das heißt „im Schrank von Blogger/Bloggerinn xy stöbern“ Da findet man viel Kleidung die gerade „angesagt“ ist, vielleicht tust du dir da für den Anfang leichter 🙂
      Bussi und LG auch an deinen Walter
      Anja

  3. Starten wir doch eine – mal wieder – Initiative zur Abschaffung des Plastiksackerls. Ich frage mich immer wieder warum Firmen nach wie vor keine Papiersackerln verwenden…

    1. Ja das frage ich mich auch. Lächerlich finde ich den Versuch das Plastiksackerl zu vermeiden indem die Kunden dafür bezahlen muss. . Wer sagt bei 0,10€ nicht ja? Wenn das Sackerl gleich 2€ kostet dann würden die Menschen sicherlich ihr eigenes Stoffsackerl mitnehmen zum Einkaufen!

  4. aaalso mein kofferraum besteht hauptäschlich aus stoffsackerln die ich dann zum einkaufen automatisch immer mitnehme 🙂 sogar zu nur € 0,10 sag ich aber nein, weil ich das plastiksackerl dann eh wegwerfen würde (lieber einen karton von der hofer dame abschnorren!).

    als wir die wohnung gekauft haben, haben wir auch einige möbel mit übernommen. diese hab ich dann auch auf shpock oder willhaben angeboten, und teilweise verschenkt – war einfach nicht mein stil. ist aber auch nicht immer einfach mit den leuten, manche kommen zu spät oder eben garnicht, da vergeht einem schon mal auch die lust am verschenken. schlussendlich aber haben alle möbel den besitzer gewechselt, nur das bett musste auf den müll weil es niemand haben wollte 🙁

    1. Ja ich hab ein schönes Stoffsackerl und eine riiiesen Handtasche immer dabei! Alles was darin keinen Platz findet wird so getragen 😛
      Ja leider ist es manchmal nicht einfach seine Sachen zu verkaufen oder zu verschenken… da muss man oftmals viel Geduld haben.
      Danke das du deine Erfahrung mit mir bzw. uns geteilt hast 🙂
      LG Anja

  5. spät aber doch habe ich Deinen Bericht heute gelesen. Super Beitrag, sollten noch viel mehr Leute lesen. Bei mir zu Hause gibt es schon seit längerer Zeit keine Getränke mehr aus Plastikflaschen und auch keine Lebensmittel die in Plastik verpackt sind

    1. Danke fürs lesen 🙂 Freut mich sehr zu hören. Sollten sich alle ein Beispiel an dir nehmen!
      Bussi Anja

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