WHAT? Fast Fashion?

fast fashion

Wenn du an Fast Food denkst, was kommt dir da als erstes in den Kopf? Ungesund? Tierleiden? Überproduktion? Müll? Wenn du jetzt an Fast Fashion denkst, was fällt dir hierzu ein? Schnelle Mode… und? Ja was eigentlich? Ich gebe zu, ich kenne den Ausdruck Fast Fashion, ich habe mich aber noch nie so richtig damit beschäftigt… Bis jetzt!

Definition Fast Fashion:

Wikipedia: Fast Fashion bezeichnet ein Geschäftsmodell des Textilhandels bei dem die Kollektion laufend geändert wird und die Zeit von den neuesten Design der Modeschöpfer zur Massenware in den Filialen stark verkürzt wird. Die stetige Veränderung des Sortiments soll die Kunden dazu bewegen die Verkaufsflächen immer wieder aufzusuchen.

Das Modejahr besteht schon längst nicht mehr aus vier Jahreszeiten, es besteht aus 52 Wochen im Jahr. Spitzenreiter wie Zara oder H&M bringen im Wochentakt neue Kollektionen zu günstigen Preisen auf den Markt. Weltweit werden bis zu 80 MILLIARDEN KLEIDUNGSSTÜCKE IM JAHR gekauft.

fast fashion

Mode soll Spaß machen. Shopping ist die Lieblingsbeschäftigung der meisten Menschen geworden. Shoppingcenter sprießen wie Pilze in die Höhe, in jedem Reiseführer werden sie als „Must See“ gekennzeichnet. Wenn es regnet, gehen wir shoppen. Wenn uns langweilig ist, gehen wir einkaufen. Wenn wir in der Früh nicht wissen, was wir anziehen sollen, machen wir am Wochenende die Läden unsicher. Wenn jemand Geburtstag hat, gibt es eben Gutscheine für das nächste Shoppingcenter. Made in China, made in Bangladesh begleitet uns ein Leben lang.

Wegwerfen war keine Option…

Im Vergleich zu früher, zu Zeiten wo unsere Großeltern noch jung waren, kaufen wir um 400% mehr ein. Zu jedem Anlass werden neue Klamotten gekauft. Die Großkonzerne geben uns mit ihren Werbungen das Gefühl Neues kaufen zu müssen. Wenn du dir dieses Outfit kaufst, kommst du garantiert gut an bei den Kollegen im Büro. Mit diesem sexy Kleid krallst du dir bestimmt deinen Traumtypen… Zwei Generationen vor uns gab es zwei Sorten von Outfits, das Sonntagsoutfit für die Kirche und die Klamotten für den Alltag. Pullover, Jeans und sogar Socken wurden geflickt oder gestopft. Den Ausdruck Wegwerfgesellschaft gab es damals noch nicht.

Heute ist die Situation ganz anders! Ein T-shirt um 3€, eine Jeans um 10€ usw. Wenn diese Klamotten kaputt gehen werden sie schlicht und einfach ersetzt. In den USA landen somit um die 11 Milliarden Tonnen Textilien jährlich im Müll. Andere Kleidungsstücke, die wir als „out“ bezeichnen aber noch sehr gut in Takt sind werden gespendet. Diese Textilien werden in Entwicklungsländer verschifft, gereinigt und wieder an Märkten verkauft. Tatsächlich landen nur 10% der gespendeten Kleidungsstücke bei Hilfsbedürftigen.

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30€ für ein Shirt? Viel zu teuer…

Seien wir ehrlich, jeder hatte schon einmal diesen Gedanken im Kopf. Wieso sollte ich mir ein schönes Oberteil um 30€ kaufen wenn ich es bei H&M um 20€ haben kann? Reaktion darauf: wir schwingen mal kurz die Kreditkarte und kaufen das billigere Shirt.

Genau so denken auch die Großkonzerne, warum soll ich ein T-Shirt um 30€ verkaufen wenn es die Konkurrenz um 20€ verkauft? Also werden die großen Fabriken in China und Bangladesh quasi dazu gezwungen billiger zu Arbeiten. „Entweder du produzierst für mich Oberteile um weniger Geld oder du bekommst den Auftrag nicht“. Wir alle kennen die Zustände von diesen Fabriken sowie die Löhne der Näherinnen und Näher. Natürlich werden diese Aufträge angenommen, jede Arbeit bringt Geld und jeder Cent hilft beim Überleben.

The true cost

Um mir einmal zu verdeutlichen, wie extrem es in der Fashion Industrie zugeht, habe ich mir die Dokumentation The true cost angesehen. Ich kannte diese Doku nicht, meine ehemalige Schulkollegin, die liebe Maja – danke nochmal an dieser Stelle – hat sie mir empfohlen.

Das in unserer Welt so einiges wirklich schief läuft ist mir nach all den Jahren schon sehr klar. Wie extrem jedoch die für mich immer harmlos wirkende Modeindustrie Menschenleben sowie unseren Planeten zerstört, hat mich sehr schockiert. Neben den Wutgefühlen im Bauch gab es auch Tränen während der 1,5 Stunden. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, dass diese verrückte Branche ihre Finger auch in der Industrie für Baumwollsamen hat. Die Samen für die Baumwollfelder, das Land auf dem die Pflanzen wachsen, die Chemikalien mit denen sie gespritzt werden und die Medikamente die krebskranke Menschen (ja der Krebs kommt von der ganzen Chemie) einnehmen müssen, das alles stammt von ein und den selben Unternehmen. ÄHM WTF?

Wie viele Menschen müssen durch Fabrikeinstürze sterben, nur damit wir uns ein wenig schick machen können!!! Wie viele Mütter müssen ihre Kinder bei Verwandten abgeben um in den Textilfabriken arbeiten zu können nur damit wir schnell und einfach an neue Klamotten kommen, die wir nach ein bis zwei Monaten wieder wegwerfen… JEDER wirkliche JEDER sollte sich diese Dokumentation anschauen!

Fast Fashion

Ich habe sie über Amazon um 2,99€ geliehen. Aber auch auf Netflix könnt ihr euch die Doku anschauen! Bitte opfert diese 1,5 Stunden eures Lebens.

Einmal einen zweiten Planeten bitte…

Neben den unglaublich schlechten Bedingungen unter denen die Menschen leiden, leidet auch unser Planet darunter. Die Chemikalien mit denen die Baumwollfelder bespritzt werden, gelangen ins Grundwasser und verseuchen somit das Trinkwasser, das angebaute Gemüse und die Menschen noch mehr. Die Chemikalien durch die Lederfabriken und Textilfabriken haben den Ganges in Indien so unglaublich verschmutzt, dass er als einer der dreckigsten Flüsse der Welt gilt. Der Textilmüll der jährlich entsteht, was glaubt ihr was damit passier? Unbrauchbare Textilien, die nicht mehr verkauft werden können werden auf großen Haufen verbrannt. Somit gelangen wieder giftige Schadstoffe in die Luft und schaden der Ozon-Schicht. Eigentlich könnte man stundenlang weiterschreiben… Nur will ich das nicht, da dies für mich ein sehr emotionales Thema ist und es mich wirklich traurig macht. Ich liebe unseren Planeten viel zu sehr um dauerhaft darüber zu schreiben was wir Menschen ihn eigentlich antun.

Nochmal zum Anfang:
Wenn ihr jetzt an Fast Fashion denkt, was fällt euch als erstes ein? Umweltverschmutzung? Menschen, die ihr Leben verlieren? It’s all about the money?

Der Trend geht zu Fair Fashion und Second Hand

Unternehmen die sich auf faire Mode konzentrieren, Flohmärkte und Second Hand Shops gehören im Jahr 2017, Gott sei Dank, zum Leben von vielen Menschen dazu. Die neue Generation setzt sich mit diesem Thema viel auseinander. Selbermachen, Reparieren oder gebraucht Kaufen, all diese Dinge tragen zum Schutz unseres Planeten und der dritten Welt bei.
Alleine hier in Wien findet jede Woche mindestens ein Second Hand Event statt. Schaut euch bewusst auf Facebook um und ihr werdet sehen, dass es unglaublich viele Flohmärkte, Tauschveranstaltungen, Fair Fashion Abende uvm. gibt! Eine gesundes Kaufverhalten schont deine Geldbörse und unseren Planeten <3

Den perfekten Überblick von Fair Fashion Shops findet ihr auf dariadaria.com

Meine liebsten Second Hand Plattformen:
– Kleiderkreisel
– Shpock
– Willhaben
– Facebook Gruppen

Wie gehts bei mir weiter?

Meine letzte H&M Bestellung ist nicht all zu lange her. Schneller als gedacht ist der Herbst bei uns eingezogen, in der Früh wurde es kalt und ich hatte, mal wieder, nichts anzuziehen. Also habe ich mir stinknormale Basic – langarm Shirts und Pullover – gekauft… Hätte ich diese Doku vor einem Monat gesehen und diesen Artikel geschrieben dann hätte ich gerne darauf verzichtet. Leider bin ich, so wie jeder andere Mensch auch nicht perfekt… Vielleicht werde ich nicht mein Leben lang auf H&M, Zara, C&A usw. verzichten können aber ich kann die Einkäufe dort minimieren und somit einen Teil beitragen.

In der Fair Fashion Szene kenne ich mich derzeit noch nicht aus aber ich werde das definitiv ändern. Ich möchte mich erstmal noch mehr auf Second Hand konzentrieren. Mission für dieses Monat ist es endlich eine passende Winterjacke zu finden. 🙂 Wer mich auf Facebook oder Instagram verfolgt, weiß ja das ich schon länger eine suche 😛

Wie gehts bei euch weiter?
Habt ihr euch die Dokumentation angeschaut? Wie fandet ihr sie? Was hat sie in euch ausgelöst?
Es interessiert mich wirklich, was ihr zu diesem Thema denkt. Hinterlasst mir doch einfach ein Kommentar 🙂

Hier noch ein paar Eindrücke einfach um alles zu verdeutlichen:

 

Dich interessiert das Thema? Hier hab ich ein paar weiter Blogbeiträge von ein paar lieben Bloggerinnen für dich verlinkt:

Bei Steffi von alt trifft neu gibts einen Beitrag über „Fair Fashion – Dein Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Kleiderschrank“.

Tanja von Blattgrün Blog hat einen Artikel über „Warum ist Organic Cotton eigentlich so teuer oder auch: Warum fragt sich keiner, aus welchem Grund Fast Fashion so billig ist?“ geschrieben.

 

 

 

Quelle: http://www.br.de/puls/themen/leben/warum-ich-keine-faire-mode-trage-100.html
http://www.br.de/puls/themen/popkultur/faire-mode-104.html
Dokumentation the true cost

2 Kommentare bei „WHAT? Fast Fashion?“

  1. Hey, die Doku ‚True Costs‘ ist wertvoll! Sollte wirklich jeder gesehen haben. Ich denke, der einzige wirkliche Ausweg aus dem Ganzen ist es, weniger zu konsumieren. Auch Fair Fashion muss nicht unbedingt nachhaltig sein. In China produziert heißt, es ist wahrscheinlich durch korrupte Hände gelaufen. Klar, wenn ich doch mal was wirklich brauche kaufe ich, aber am Liebsten dann Second Hand. Bei Unterwäsche & Co. natürlich nicht, da achte ich dann auf das GOTS Siegel.

    Liebe Grüße, Stefanie*

    1. Hey 🙂
      Bin ganz deiner Meinung! Wir sollten sowiso ein bisschen minimalistischer Leben! Immer dieser Drang die neusten Sachen haben zu müssen…
      Dieses Siegel kenn ich nicht. Muss ich mir mal anschauen. Danke für den Tipp 🙂
      Liebe Grüße Anja

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