Plastik in der Textilbranche

Plastik ist zwar nicht das Jugendwort 2018 aber wahrscheinlich ist es das meist gehasste Wort/ der meist gehasste Gegenstand 2018. Noch nie war die Plastikflut präsenter als im vergangenen Jahr! Medien, Influencer und Unternehmen nehmen das Thema auf und suchen gemeinsam nach einer Lösung. Sogar die Politiker haben sich damit intensiv beschäftigt bzw. tuen es immer noch!

Einwegplastik in der Textilbranche

Heutzutage boomt das Online Shopping ja so richtig. Auch ich kaufe eig. sehr häufig – jetzt wo ich gerade daran denke eig. viel zu häufig – online ein. Vor allem zu Weihnachten ist es extrem… Millionen von Menschen auf der ganzen Welt haben den ganzen Dezember damit verbracht in Kaufhäusern und Online Shops nach den perfekten Geschenken für ihre Liebsten zu suchen. Das Unternehmen DHL kündigte an, dass sie 2018 mit 11 Millionen Paketen pro Tag vor Weihnachten rechneten… jetzt stell dir mal den Berg von Verpackungsmaterial vor… und der Großteil davon ist aus Plastik!

Ich will den online Handel jetzt nicht verurteilen, denn auch auf dem Weg ins Kaufhaus fällt leider genauso viel Plastik an! Stichwort: Plastiksackerl! Egal ob Textil- oder Lebensmittelhandel, ein Sackerl aus Plastik gibts fast überall dazu. Im Gegenzug zum Lebensmittelhandel hat die Textilbranche noch nicht sehr viel bzgl. des Umweltfeindes Nr. 1 unternommen… Weiterhin gehen jährlich um die 80 Millionen Plastiksackerl über die Österreichischen Ladentheken (Quelle: Greenpeace – November 2018) und das teilweise sogar noch kostenfrei! Also auch der Einkauf im Shop um die Ecke endet mit Plastikmüll. Wusstest du das eine herkömmliche Einkaufstasche aus Plastik eine Lebensdauer von 12 Minuten hat? Dieser Umweltverschmutzer wird im Durchschnitt nur 12 Minuten benutzt um deinen Einkauf von A nach B zu tragen, um dann wieder im Mülleimer zu landen… 🙁 Es ist jedoch Besserung in Sicht, denn im Österreichischen Ministerrat wurde das Kunststoffsackerl jetzt endlich ab 2020 verboten! Hier gehts zum Bericht.

Wie vermeide ich Einwegplastik beim Shopping

Es ist einfacher als man es sich vorstellt! Glaub mir, ein simples NEIN ZUM PLASTIKSACKERL genügt schon! Nimm dir einfach dein eigenes schickes Stoffsackerl mit oder halte im Auto einen Karton bereit indem du deine Einkäufe verstauen kannst und schon hast du Plastik gespart!

Einwegplastik lässt sich übrigens auch locker beim Online Shopping vermeiden! Kennst du jemanden, der schon einmal über diesen Shop bestellt hat? – dann frag ihn doch einfach welches Verpackungsmaterial verwendet wird. Oder noch einfacher, schreib ein kurzes Mail an das Unternehmen. So kannst du im Notfall noch vom Kauf absehen und über einen anderen Shop bestellen. Bei der Möglichkeit Notizen beim Kauf anzugeben, könntest du ja darum Bitten so wenig wie möglich Verpackungsmaterial mitzuschicken 🙂 Nur so eine Idee!

Der Aufwand lohnt sich definitiv, denn immerhin schwimmt in unserem Ozean ein Plastikteppich der 16x so groß ist wie Österreich.

Microplastik in der Textilbranche

Schon langsam bekommt man das Gefühl, dass dieses Plastik wirklich überall mit drin steckt… Tja, leider ist es auch so. Plastik versteckt sich nicht nur in unseren bestellten Paketen sondern auch in unserer Kosmetik, in unseren Lebensmitteln (vor allem in Fisch), in unseren Weltmeeren und auch auf unserer Haut – durch unsere getragenen Textilien! Und genau diese Kunststoffkleidung ist für einen Großteil der Meeresverschmutzung verantwortlich – immerhin kommen 35% des Mikroplastiks durch Textilien in unsere Meere.

Durch die Naturfasern gelangt kein Mikroplastik beim Waschvorgang in die Umwelt. Denn bei ordentlichen Schleudergängen in unseren Waschmaschinen landen die Mikroteile in unserem Abwasser. Zwar besitzen all unsere Waschmaschinen sowie auch die Kläranlage eigene Filtervorrichtungen, jedoch sind die Plastikteilchen einfach zu klein und rutschen durch. Jetzt steht dem Mikroplastik alle Türen offen und somit gelangt es mit dem „gereinigten“ Wasser in unsere offenen Gewässer und landet schlussendlich im Meer.

Du willst was tun? Schon einmal etwas vom Guppyfriend Washing Bag gehört? Das ist ein Waschbeutel indem du deine Kleidung beim waschen gibst. Der Beutel fängt den Großteil der Plastikteilchen auf, somit gelangen sie nicht ins Wasser <3 Hier gehts zur Website. *Werbung unbezahlt*

Das ist auch der Grund warum unsere Lebensmittel – vor allem Fisch und Meeresfrüchte – voll mit Mikroplastik ist. Nicht nur die Tiere leiden unter dieser Plastikepidemie sondern auch wir selbst… Forscher haben übrigens im Jahr 2018 auf verschiedenen Kontinenten Meeresschildkröten untersucht. Das Ergebnis: in jeder Meeresschildkröte wurden Plastikteilchen gefunden!!!

Wie vermeide ich Mikroplastik in Textilien?

Achte darauf, dass du Kleidung aus Naturfasern wie z.B. Baumwolle, Wolle, Schurwolle, Angora, Kaschmir usw. in den Warenkorb legst. Erkundige dich ganz einfach vor dem Kauf, aus welchen Materialien die Kleidung besteht! Vor kurzem erst war ich seit einem Jahr wieder bei H&M – ja ihr lest richtig, auch ich war geschockt – neben meinem unglaublich schlechten Gewissen hab ich versucht so umweltfreundlich wie möglich einzukaufen. Also wanderten nur zwei Leinenhosen, ein T-Shirt aus Leine sowie zwei Shirts aus Baumwolle in den Einkaufskorb.

Zusammengefasst, ist es ganz einfach auch in der Textilbranche auf Nachhaltigkeit zu setzten – theoretisch zumindest… Der Umwelt zu liebe verzichtet der Ver- und Einkäufer auf Kunststoff sowie Plastikverpackungen! Das schont unseren Planeten und zeugt von Qualität.

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