Die Modeindustrie & der Wasserverbrauch

Na wer hat die letzten Tage auch so extrem geschwitzt wie wir hier im Osten von Österreich? Ich traue mich jetzt fast mal behaupten, dass es jedem in Europa so ging… In Portugal haben sie letztes Wochenende sogar unglaublich 50 Grad prognostiziert. 47 Grad sind es dann schlussendlich geworden, aber hey das reicht auch schon.. *gg* Da schwitze ich lieber bei 38 Grad.

Am schlimmsten jedoch ist nicht die unerträglich Hitze, sondern eher die Tatsache, dass der Regen ausbleibt und das Wasser in vielen Regionen, ja auch in Österreich, schon knapp wird. In Vorarlberg hat es z.B. schon seit ewigen Zeiten nicht mehr geregnet, somit können die Bauern dort ihre Felder nicht bewässern. Also wächst dort die Wiese nicht mehr richtig, somit können sie diese nicht mähen, somit haben sie kein Futter für ihre Tiere, somit müssen sie teueres Futter kaufen und importieren, somit können sie sich das ganze nicht leisten also müssen sie ihre Tiere verkaufen… 🙁 Ganz schön schrecklich was hier bei uns passiert.

In anderen Teilen Europas, es ist ja eigentlich schon so nah – wenn man daran denkt, dass man vor ein paar Jahren immer nur von Buschbränden in Australien gelesen hat, brennen dafür Hektarweise Wald- und Wiesenflächen nieder. Menschen müssen aus ihren Siedlungen flüchten und sich vor den Flammen in Sicherheit bringen… Wenn ich da nur an das Unglück in Athen denke… 🙁 Wie schrecklich… Ich war ja erst vor kurzem in Athen, so eine wundervolle Stadt mit lieben Menschen. Hier liest du mehr. 

Ja die Natur kann so schön aber doch so grausam sein.. Aber leider ist oftmals unsere Natur gar nicht alleine für den Klimawandel oder die Wasserknappheit schuld…

Die Modeindustrie und der Wasserverbrauch

Mal ehrlich, wer hat schon mal darüber nachgedacht, wie viel Liter Wasser bei der Herstellung eines T-Shirt verbraucht wird? Ja auch mich haben erst die gegebenen Anlässe zum Nachdenken angeregt. Deshalb habe ich mal wieder ein wenig recherchiert und bin mal wieder auf eine echt „oage“ – zu Deutsch schreckliche – Geschichte gestoßen. Aber alles von Anfang an 🙂

Die wichtigsten Anbauländern für Baumwolle sind China, Indien, USA, Pakistan, Brasilien, Usbekistan, Türkei und Ägypten. Schon alleine wenn ich Ägypten höre werde ich stutzig, denn die Baumwollpflanze ist dafür bekannt sehr viel Wasser zu brauchen. Ähm hä? In Ägypten herrscht in den meisten Teilen ja unglaubliche Hitze aka Trockenheit und das Land ist von einer Wüste bedeckt… Pumpen die den Nil leer?

Aber auch die anderen Länder wie z.B. Pakistan und Usbekistan sind doch nicht für ihre zahlreichen Niederschläge bekannt oder? Oder? Hab ich da einen falschen Eindruck von diesen Ländern?

Ok also hier die Zahlen (hier die Quelle): Ein Kilo Baumwolle benötigt bis zu 30.000 Liter Wasser (je nach Land) das heißt für ein Oberteil werden 2.700 Liter Wasser benötigt. So viel trinkt ein Mensch in drei Jahren. Also werden jährlich rund 256 Kubikkilometer Wasser benötigt, mit dieser Menge könnte man jeden Bürger jeden Tag mit 120 Liter Wasser versorgen… Geile Zahl wenn man daran denkt, dass täglich Menschen verdursten. :-/
Der Wasserverbrauch einer simplen Blue Jeans liegt übrigens bei ca. 8.000 Liter. Ganz schön durstig unsere Mode.

Größte Umweltkatastrophe – Der Aralsee

Für diesen Enormen Wasserverbrauch ist die Austrocknung des Aralsees das beste Beispiel bzw. die größte Katastrophe.

Wikipedia: Der Aralsee war ein großer, abflussloser Salzsee in Zentralasien und zerfiel durch lang andauernde Austrocknung um die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert in mehrere erheblich kleinere Teile.

 

Austrocknen des Aralsees von 2000 bis 2011, Umriss von 1960
Von Thomas BressonEvaporation of the Aral Sea, Gemeinfrei, Link

Grund für die Austrocknung des Aralsees ist ganz einfach, in Usbekistan wurden/werden riesige Flächen Baumwolle angepflanzt, die natürlich auch bewässert werden mussten. Zur Bewässerung dieser extrem durstigen Pflanzen auf diesem trockenen Boden wurde Wasser von den beiden zufließenden Flüssen abgezogen. Das heißt, in jeder Baumwollfaser steckt also ein Tropfen des Aralsees. Tja, das hat man dann so lange gemacht, bis der See fast komplett ausgetrocknet ist weil von den zufließenden Flüssen einfach kein Wasser mehr nachkam.

Über die Folgen hat, wie immer, keiner nachgedacht. Es ist nicht nur eine Umweltkatastrophe sondern auch eine Katastrophe für die Einheimischen. Viele Menschen lebten vom Fischfang… Nur ohne See kein Fisch, also auch kein Job. Aber auch die Stürme die das verbliebene Salz in die Siedlungen trägt und einzigartige Salzstürme erzeugen, machen den Menschen zu schaffen. Noch dazu kommt die Sorge, dass sich unter das Salz die Pestizide der ehemaligen Baumwollfelder mischt…

1 T-Shirt benötigt ca. 2.700 Liter Wasser, ein Second Hand T-Shirt benötigt 0 Liter Wasser!

Wasser ist das kostbarste auf der Welt. Unser Wasser ist eine Lebensgrundlage und ist ein Menschenrecht (Stichwort Privatisierung…).

Wenn wir also etwas tun können um unseren Wasserverbrauch zu reduzieren bzw. zu kontrollieren, dann sollte man genau das tun! Und ja es wäre nicht mein Blog, wenn ich nicht mindestens einmal dazu aufrufe mehr Second Hand zu kaufen. 🙂 Der Umwelt und unseres Wassers zu liebe. Denn gerade in diesen heißen und trockenen Zeiten wird einem wieder bewusst, wie wichtig diese, für uns selbstverständliche, Lebensgrundlage ist.

 

 

Quelle: https://www.srf.ch/kultur/wissen/oekokatastrophe-aralsee-ein-see-fuer-immer-verloren

 

 

6 Kommentare bei „Die Modeindustrie & der Wasserverbrauch“

  1. Krass! Super Bericht. Ich hatte bisher immer nur auf die Herstellenden mein Auge gelegt, aber klar, Wasser wird ja auch verbraucht. Katastrophe! Wollte noch eine Übersicht erstellen zum allgemeinen Wasserverbrauch von Lebensmitteln, da werde ich deinen Bericht verlinken, auch wenn es um Kleider geht.
    Liebe Grüße
    Stefanie*

    1. Ja gib Bescheid, dann können wir unsere Beiträge gegenseitig verlinken.
      Man denkt ja eigentlich gar nicht so richtig daran, wie viel Liter Wasser da so draufgeht bei einem T-Shirt oder einer Jeans..
      Ich war auch sehr geschockt muss ich sagen :-/
      Freu mich schon von deinem Wasserbericht zu lesen 🙂
      LG Anja

  2. Servus Anja!

    Wow – das ist echt brutal! Super recherchierter Bericht – klasse! Das mit dem Aralsee ist echt extrem 🙁 .

    Liebe Grüße
    Horst

    1. Ja heftig oder? Hätte auch nicht gedacht, dass es solche extrem sichtbaren Folgen haben kann.
      Aber wahrscheinlich lernt der Mensch nur so… 🙁
      LG Anja

  3. Heftig! Das regt ja wirklich zum nachdenken an. Hoffentlich erreichst du mit deinem Blogpost möglichst viele Personen – je mehr Bescheid wissen, desto besser. Ich werde es auf alle Fälle weiterleiten/teilen.
    Danke für die interessanten Info’s immer, weiter so.
    Sabsi 🙂

    1. Liebe Sabi,
      Danke für deine lieben Worte. Gemeinsam erreichen wir ganz viele Leute 🙂
      Danke für die Unterstützung. :-*
      Lg Anja

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