40 Tage fleischlos

Dieses Jahr habe ich mich von meiner Arbeitskollegin, der lieben Karin, dazu überreden lassen die Fastenzeit einzuhalten und auf etwas zu verzichten. Ich würde nicht behaupten, dass ich ein religiöser Mensch bin… ich habe also nicht aus religiösen Gründen mitgemacht. Aber ich bin der Meinung, dass es sicherlich jeden gut tut, einmal an seine Grenzen zu gehen oder auf etwas zu verzichten, dass vielleicht schon selbstverständlich geworden ist im Alltag.

Ich habe mich also dazu entschieden 40 Tage lang nichts Süßes (Süßigkeiten, Mehlspeisen und Desserts) und kein Fleisch zu essen.

Warum? Weil ich einfach zu gerne in den Wintermonaten nach etwas Süßem greife… Zu viel Zucker ist bekanntlich ja nicht gerade gesund und daher nutze ich die Fastenzeit um den Zuckerkonsum wieder ein wenig zu reduzieren. Da ich sowieso nicht der große Fleischesser bin und der übermäßige Fleischkonsum ja auch nicht gerade umweltfreundlich ist, habe ich mich bewusst für 40 Tage fleischlos entschieden.

Wie ist es mir gegangen?

Gott sei Dank bin ich ein Mensch, der sich eigentlich ziemlich leicht an seine neuen „Regeln“ halten kann. Am Anfang der Fastenzeit hatte ich hauptsächlich Gelüste nach Schokolade… das liegt aber sicher daran, dass wir in der Firma ziemliche Naschkatzen sind und meine Kollegen gerne mal neben mir genascht haben 🙂 Das Fleisch ging mir überhaupt nicht ab…

Nach den ersten zwei Wochen war es dann für mich schon ziemlich normal. Die Gelüste sind großteils verschwunden und ich bin schon in den Modus übergegangen, dass es für mich vollkommen normal ist kein Fleisch und keine Süßigkeiten zu essen. Kurzer Fakt am Rand: In der Firma in der ich arbeite wird nur vegetarisch zu Mittag gegessen, also hat sich hier auch nichts verändert für mich…

Das Ende der Fastenzeit war dann schon ziemlich hart für mich.. Lustigerweise nicht wegen dem Verzicht auf Zucker, nein viel eher waren es die Fleischwaren, die mir so abgingen… Das bin ich wirklich nicht gewöhnt von mir, haha. Ich hatte so riesige Lust auf Salami… unglaublich… ABER ich habe durchgehalten!!

Diese Erfahrung war für mich wirklich sehr interessant. Ich selbst bin eigentlich der Meinung gewesen, dass ich sehr leicht auf Fleisch verzichten kann, da ich wirklich sehr wenig Fleisch esse. Wie gesagt, das Mittagessen ist immer vegetarisch, in der Früh esse ich auch keine Wurst und abends esse ich nur Fleisch wenn wir ein Restaurant besuchen… Das mir nach fast 40 Tagen dann eine Salami nicht mehr aus dem Kopf gehen mag war schon irgendwie komisch für mich… hahaha und sooo unangenehm.. ich wollte den Kühlschrank zuhause schon gar nicht mehr aufmachen, weil mir da immer die Salami von meinen Mann entgegen gelacht hat 😛

 

Fakten: 40 Tage fleischlos

Wie vorhin schon einmal kurz erwähnt, ist ja der Fleischkonsum nicht gerade umweltfreundlich. Daher entscheiden sich sehr viele Menschen für die vegetarische oder im besten Fall für die vegane Lebensweise. An dieser Stelle möchte ich hier ein großes Lob aussprechen für soviel Selbstdisziplin! Ich scheitere schon, wie es aussieht, nach 40 Tagen daran…

Also, welche Auswirkung haben meine 40 Tage Fleischverzicht auf unseren Planeten? Ich habe das mal für euch recherchiert 🙂 Hierzu habe ich den Blitzrechner verwendet, hier gehts zum Link! (mit den Daten 250g Fleisch in der Woche, kommt mir zwar viel vor.. aber lieber mehr berechnen als zu wenig)

Ich habe…

20.466 Liter Wasser 
0,22 Antibiotika Behandlungen
16,55 KG Co2

…gespart!

Ökofakten zum Fleischkonsum

Jap, ich bin ziemlich erschrocken, als ich mich zum ersten Mal mit diese Zahlen gehört habe… Wenn ich euch noch nicht damit beschäftigt habt kann ich euch den Podcast von Dariadaria sehr empfehlen! Hier der Link! Ich habe die Fakten, die sie in dieser Podcastfolge aufzählt für euch zusammengeschrieben.

  • für 20 Milliarden Nutztiere werden 30% der Landoberfläche genutzt
  • 90% des jährlichen Sojaanbaus landen in den Futtertrögen der Tiere (Diesen Fakt finde ich ja ganz wichtig, weil immer alle sagen, dass die Veganer so einen extremen Sojaverbrauch haben… öhm nö!)
  • Für 300 KG Rindfleisch benötigt man
    • 3,5 Tonnen Soja
    • 600.000 Liter Wasser für den Futteranbau
    • 14.000 Liter Wasser für das Tier selbst
    • 2.500 Liter Treibstoff für die Landrodung und den Futtermittelanbau
  • In Brasilien werden riesige Regenwaldflächen abgeholzt um Land für die Tierhaltung zu gewinnen
  • 1,6 Milliarden Tonnen Getreideertrag, der als Tierfutter genutzt wird
    • 850.000 Menschen hungern
    • würde man den Getreideertrag auf alle Menschen aufteilen, hätte jeder 650g Getreide am Tag
  • 75% der Antibiotika in Deutschland werden von Tieren eingenommen

regt zum Nachdenken an oder? … irgendwie sehr erschreckend..

Die Links zu den Fakten findet ihr übrigens auch auf der Seite von Dariadaria. Die Fakten habe ich von ihr übernommen und nicht selbst recherchiert. (Die Podcastfolge ist sehr aktuell)

 

In Zukunft fleischlos?

Ich glaube nicht, dass ich komplett auf Fleisch verzichten werde. Ich persönlich zähle mich zu den sogenannten Flexitarier und so wird das auch bleiben denke ich.

Wikipedia: 

Der Flexitarismus ist eine Esskultur, welche den Fleischkonsum zulässt, ihn jedoch nicht zum Mittelpunkt macht. Flexitarier essen nur selten, nur ausgewähltes oder nur wenig Fleisch.

Wie sagt man so schön: es muss nicht immer alles von 0 auf 100 sein! Ich persönlich bin der Meinung, dass alleine der Gedanke etwas Gutes für unseren Planeten zu tun alleine schon zählt!

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen aber dennoch sehr guten Eindruck geben, was es für unseren wunderschönen Planeten bedeutet, wenn wir uns jeden Tag ein fettes Stück Fleisch reinhauen…

 

Ich wünsche euch allen wunderschöne Osterfeiertage und viele wunderschöne Stunden mit der Familie und den Freunden 🙂 <3

7 Kommentare bei „40 Tage fleischlos“

  1. Servus Anja!

    Eigentlich interessieren mich Fastenberichte nicht wirklich, aber da ich dich kenne, war ich nun doch irgendwie neugierig. 😉

    Witzig deine „Salamianfälle“ aber sehr interessant in jedem Fall dieser Blitzrechner und deine zusammengefassten Ökofakten. Ich wusste ja schon, dass Fleischkonsum schon einen ziemlichen ökologischen Fußabdruck hinterlässt, aber das so zusammengefasst zu lesen. recht zusätzlich zum Nachdenken an.

    Have fun
    Horst

    1. Servuus Horst 🙂
      Ich freu mich das du dennoch vorbei geschaut hast & dass dir dann auch noch der Beitrag gut gefallen hat.
      Ja meine Salamianfälle sind ziemlich strange… XD Gott sei Dank ist das jetzt wieder vorbei.
      Lg Anja

  2. Nur noch einen ganzen Tag, liebe Anja, und dann hast Du es geschafft 🙂
    Super! Ich hab früher auch viele Jahre, einmal im Jahr 40 Tage auf Schokolade verzichtet. Seit ich mich nach den 5 Elementen der Traditionellen Chinesischen Medizin ernähre, lege ich aber sowieso bis zu 4 Mal im Jahr eine Fastenkur (Dojo-Zeit) ein… da mach ich das jetzt nicht mehr. ABER ich kann mich noch gut erinnern: Leicht war das nicht 😀 Also gratuliere.

    Ganz liebe Grüße und Happy Ostern von einem Flexitarier zum anderen – Fleisch-essen ist Ansichtssache und meine Ansicht ist, dass es mir persönlich gut tut, hin und wieder ein gutes Stück Fleisch zu essen… In diesem Sinne: Lass es Dir schmecken!

    1. Liebe Iane 🙂
      Danke für dein liebes Kommentar. Habe durch dich schon ein bisschen was über deine Chinesische Fastenzeit gelesen. Ich bin ja der Meinung das jeder mind. einmal im Jahr etwas Fasten sollte. Einfach um nochmal daran erinnert zu werden wie gut es uns eigentlich geht 🙂
      In diesem Sinne wünsch ich dir auch von einem Flesitariar zum anderen frohe Ostern und viiiel leckeres Essen.

  3. Liebe Anja. Ein ganz großes Lob muss ich dir aussprechen. Gelüste kommen und gehen. Mann muss sich ja nicht zwingen. Der Veganer war im Übrigen auch meist zuvor Vegetarier, daher wie du schon sagst nicht von 0 auf 100 Ich war auch erst Flexitarier und habe Fleisch nur in Restaurants gegessen, aber sonst auf Bio und so geachtet. In Restaurants konnte ich nicht wissen, wie das Tier auf meinem Teller zuvor gelebt hatte, daher war für mich irgendwann klar, dass ich Vegetarier werde. Seit nun einem 3/4 Jahr bin ich Veganer. Irgendwie habe ich damit ein besseres Gefühl und Schade keinem Tier damit mehr.
    Ui jetzt hab ich ganz schön ausgeholt, wollte aber am Ende nur sagen, dass ich auch mal ein Stück Käse essen würde, wenn es mich überkommt
    Liebe Grüße aus Lissabon
    Stefanie

  4. Spannend zu lesen. Ich hab mich entschieden, von dem einen auf den anderen Tag Veganerin zu sein, und das ging erstaunlich gut! Das gute Gefühl und mein Gewissen überwogen immer wieder in der Anfangsphase doch mal „schwach “ zu werden. Für mich hat es sich aber von Anfang an eigentlich kaum als verzicht angefühlt! Und das ist ja die hauptsache! Ist ja toll, dass du dir über die Auswirkungen von Fleisch konsum bewusst bist! Da konsumierst du die eine Salami dann auch um einiges bewusster als davor, und das ist nunmal der nachhaltigste Ansatz!

    xx Franzi

    1. Liebe Franzi.
      Wooooow. Einfach toll! Riesen Respekt dafür 🙂
      Ja wie du sagst esse ich jetzt wieder viel Bewusster Fleisch. Mittlerweile hat sich auch der Salamihunger eingestellt bzw normalisiert 😛
      Lg Anja

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